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***** ****** ist dumm.

Normalerweise würde ich ja nicht sagen dieser oder jener Politiker in Österreich ist dumm. Wiewohl ich die Meinung der wenigsten teile so bin ich doch immer gewillt zu denken, sie würden mit ihren Aussagen und Vorschlägen, so idiotisch sie auch sein mögen, ein Ziel verfolgen. Sei es auch ein rein populistisches, der Versuch irgendwie wieder mit seinen Lieblingsthemen in die Medien zu kommen, et cetera. Das alles macht ja - vom Standpunkt eines Politikers in unserer sogenannten Demokratie, wo alles darauf hinausläuft dass Politiker das tun, was für sie am wahrscheinlichsten eine Wiederwahl bedeutet - perfekten Sinn.

Wenn aber dieser Versuch, sich in der Nähe mittlerweile traditionell wichtiger - für die Wiederwahl - Themen zu positionieren so groteske Formen annimmt wie zur Zeit, dann ist es schon mal an der Zeit zu sagen, ***** ****** und ********* ***** sind dumm.

Nicht so sehr, weil sie mit diesem Schauspiel zeigen, dass sie es sind, sondern, weil sie damit ja auch uns, den Bürgern, unterstellen dumm zu sein. Wenn man nämlich meint, sich mit solchen Schlagzeilen (und in einer solchen Art und Weise - aber dass sich Politiker hierzulande Vorschläge am liebsten über Massenmedien unterbreiten scheint ja mittlerweile gelebte Praxis) als Garant für Sicherheit - oder was auch immer dahinter stehen soll - positionieren zu können, muss man denken, dass die Wähler in diesem Land sehr dumm sind.

Wie du mir, so ich dir also. Natürlich mache ich es dann nicht, übermale die Namen mit Sternchen, alles andere hieße ja, sich dem Niveau eben jener Protagonisten der hiesigen Politik anzupassen. Und wäre ja auch unfair den anderen gegenüber, die genauso unfähig sind und dann hier nicht genannt werden würden. Eine Nennung weniger als die anderen - das würde doch nur zu weiteren aufmerksamkeitsheischenden Dummheiten führen.

***** ****** ist dumm. was published on 2010-06-08 by Jürgen Buchinger. it is related to oesterreich, politics and oesterreichs politiker. (permalink)

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HC's Kampf für Freiheit gegen eine zentrale EU

Gestern bekam ich - wie so viele andere - einen Brief der FPÖ. Ich hatte diesen weder erwartet noch bestellt, aber nichts desto trotz öffnete und besah ich ihn mir. Er beinhielt ein Comic-Heft, offensichtlich aus der Serie HC-Comics und zwar der Band 1. Titel: Der Blaue Planet. HC's Kampf für Freiheit gegen eine zentrale EU


Hallo Leute!
Die folgende Geschichte hat's in sich. Auf den ersten Blick klingt manches vielleicht unglaublich. Aber wenn wir nicht aufpassen, kann sie sehr bald wahr werden*...
Euer
HC Stra-Che
(HC-Comics, Band 1, S. 3)

so das Vorwort, der Stern verweist auf folgende Anmerkung


Das vorliegende Heft ist keine Parteiwerbung. Keine EU-Propagandaschrift. Und auch keine öde Belehrung über die Europäische Union. Also keine ausgemacht [sic!] Brüsselei! Worum geht es dann? Um politische Bildung und Info, die nicht langweilig ist. Um mehr Sichtweisen, mehr Standpunkte, mehr Alternativen. Darum, wie die FPÖ die EU sieht. Und darum, dass es wichtig ist, zur EU-Wahl zu gehen! Und wenn Du beim Lesen Deinen Spaß hast, umso besser!
Manches haben wir ein bisschen übertrieben :-) ! Aber erstens sollst Du dir ja selber Deine Meinung bilden und zweitens: Was heute übertrieben erscheint, kann morgen schon wahr sein!
(ebd.)

Soviel dazu. In der Geschichte wird von einem Zentralplaneten erzählt, dem Machtzentrum eines immer größer werdenden Systems von Mitgliedsplaneten. Fußnoten erklären immer wieder, was denn mit dem allem gemeint sei, in diesem Fall heißt es


Mitgliedsplaneten steht hier für EU-Mitgliedsstaaten: Derzeit hat die EU 27 davon. Wenn es nach SPÖ. ÖVP und den Grünen geht, werden bald auch die Türkei und Israel dabei sein. Die Folgen: Vormarsch des radikalen Islamismus, noch mehr Zuwanderung und die EU mitten drin im blutigen Nahost-Konflikt. Na bravo! Nur die FPÖ ist gegen diesen Wahnsinn.
(ebd., S. 4)

Auf einem Planeten, dem blauen Planeten befindet sich HC, der beim seinem ersten Auftauchen gerade seinen gestählten, nackten Körper bei Mondschein in einem Gewässer badet. Zusammen mit einem - ebenfalls nackten - Mischwesen, einer Fee vielleicht. Oder einer Frau mit Flügeln, Ängie. Nun, der blaue Planet leistet Widerstand, will nicht den Reformvertrag unterschreiben und HC macht sich auf eine Fäkt-Finding-Misch`n [sic!]. Diese führt ihn auf den grauen Planeten, wo alles schlecht ist, das heißt in diesem Fall


Berufsasylanten ohne verfolgung am eigenen Planeten, Profi-Bettler, Zwangsehen-Vermittler zu Beispiel...
...und eine neue "Qualität des Miteinander" an unseren Schulen, obwohl die meisten Lehrer immer schön links waren. Jetzt sind sie selber Betroffene!
Und natürlich auch eine Vielfalt an Drogendealern, Hasspredigern und Menschenhändlern!
(ebd., S. 39)

Auf diesem Planeten trifft HC bei seiner Ankunft Stra-Che, der im Untergrund lebt, weil er jetzt eigentlich die Minderheit ist:


[Stra-Che:] Hey Kameraden! Wilkommen im grauen "Absurdistan"!
[HC:] Komische Begrüßung! Wer ist denn der Kerl? / Kommt mir irgendwie bekannt vor! / Servus und Grüß Gott, HC mein Name!
[Stra-Che (nimmt seine Kufiya ab wodurch die blaue Kleidung zum Vorschein kommt):] Psst. "Grüß Gott" kommt hier nicht mehr so gut, seit wir umgevolkt (!, Anm.) wurden. jetzt sind wir eigentlich die Minderheit. Deshalb auch meine Tarnung. Heiße Stra-Che.
(ebd., S. 35-36)

Also, ich denke man hat jetzt einen Eindruck, wie das Ganze so abläuft in dem Comic, den Rest der Handlung erspare ich mir, ein paar Dinge aber noch, die mir besonders auffielen: Auf 59 Seiten, über die sich der Comic erstreckt sind HC und seine Symphatisanten 24 Mal eindeutig erkennbar beim Biertrinken gezeichnet, auf dem grauen Planeten gibt's [offiziell] nur eine lasche braune Suppe von einem internationalen Braukonzern!. So gut wie jeder Satz endet mit einem Ausrufezeichen, manchmal mit zwei. Auf dem grauen Planeten (der den Reformvertrag unterschrieben hat) sieht es so aus:

 

Auf den Wänden dort stehen Sachen wie ŠAZ DEIČ!, ŠeissLond VERREKE (hier sind im Doppel-S eindeutig zwei S-Runen zu erkennen), INLÄNDA RAUS, Kevin loves Emir!. Als sich ein Freund HCs eine Kronenzeitung kaufen will, die 0,90 kostet meint dieser Schmeiss rein! Die Zeitung ist was wert!. Und immer wieder wird darauf hingewiesen, dass der Zentralplanet resp. die EU das Wasser des blauen Planeten resp. Österreichs will.

Nun, bei einem derartigen Konglomerat ist es wohl schwer zu sagen, was mich am meisten schockierte, aber eine Anmerkung hob sich, wie ich finde, von den anderen ab:


EU-Fanatiker reden gern von einem "Europäischen Volk". Das gibt es aber nicht. Es gibt nur Österreicher, Deutsche, Franzosen, Engländer, ...
(ebd., S. 8)

Denn sollten wir weiter fortfahren - und ich denke leider viel zu viele tun das noch - uns nur als Österreicher, Deutsche, Franzosen, Engländer, ... zu sehen und an streng nationalstaatlichen Ideen festzuhalten, die in unserer Zeit völlig obsolet sind (ja, aufgrund der vielerwähnten Globalisierung, die - ob gut, ob schlecht - jedenfalls nicht aufzuhalten, noch rückgängig zu machen ist), dann werden bald ähnliche Konflikte viel näher sein als der im Heft kommunizierte Nahost-Konflikt.

UPDATE: Wer noch nicht genug hat, kann sich hier noch das Video ansehen. Mit Lied. Sehr bedenklich.

Alle Abbildungen sowie Zitate sind besagtem Heft entnommen: HC-Comics, Band 1, Der blaue Planet. HC's Kampf für Freiheit gegen eine zentrale EU, hg. vom FPÖ Bildungsinstitut, Wien 2009. Die

HC's Kampf für Freiheit gegen eine zentrale EU was published on 2009-05-26 by juergen. it is related to politics, oesterreich, wahl, eu and oesterreichs politiker. (permalink)

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Quo vadis?

Martin Graf wurde zum dritten Nationalratspräsidenten gewählt. In der protokollarischen Rangordnung der Republik Österreich steht der Präsident des Nationalrates, nach dem Bundespräsidenten, an zweiter Stelle. Als Kollegium sind die drei Präsidenten des Nationalrates zur Vertretung des Bundespräsidenten sowohl im Falle einer längeren Verhinderung als auch bei dauernder Erledigung der Stelle des Bundespräsidenten, beispielsweise durch Rücktritt, Tod oder Absetzung, berufen.


Nicht nur das Bild Österreichs im Ausland ist beschädigt, auch die demokratische Kultur in diesem Land. Mit der Wahl Grafs wurde ein Grundkonsens in diesem Land nach 1945 aufgekündigt. Dass jemand das Parlament und den Staat Österreich vertritt, der einer rechten Verbindung angehört, die kürzlich noch das großdeutsche Reich propagierte, ist unglaublich. Grafs Satz "Die heutigen Staatsgrenzen wurden willkürlich gezogen; das deutsche Volkstum muss sich frei in Europa entfalten können", der im Spiegel zitiert wird, zeigt, welch Geistes Kind er ist.
(derStandard.at)

Schaut auf dieses Land (derStandard.at)

Quo vadis? was published on 2008-10-29 by juergen. it is related to politics, oesterreich, oesterreichs politiker and wahl. (permalink)

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Und es geht weiter...

Aus der Serie Oesterreichs Politiker heute der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Zum Urteil des Verfassungsgerichtshofes bezüglich Ortstafelstreit in Kärnten sagte jener 2006


Der Rechtsstaat ist das eine, und ein gesundes Volksempfinden das andere - und ich glaube, ich habe eine gesundes Volksempfinden.
(via derStandard)

Dass er - genausowenig wie ich, im übrigen - nicht wusste, das der Spruch aus der NS-Zeit stammt sei ihm geglaubt, ändert jedoch nichts an der Tatsache, das jemand der sein gesundes Volksempfinden über den Rechtsstaat stellt kein Repräsentant eines solchen sein sollte. Und folgendes


Ich habe mich mit dem Nationalsozialismus nie beschäftigt. In der Schule und in der Familie war es nie ein vorrangiges Thema. Und danach haben sich für mich andere Fragen gestellt. Ich habe wenig Wissen über die Nazi-Zeit.

ist wohl auch nicht der Umgang mit Geschichte, den man sich von einem Landeshauptmann erwartet.

Und es geht weiter... was published on 2008-10-26 by juergen. it is related to politics, oesterreichs politiker and oesterreich. (permalink)

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Trauer und Scham

Als ich folgenden Artikel in den Salzburger Nachrichten von heute las, verspürte ich Scham und Trauer. Trauer, weil es mich wirklich traurig macht, mich für ein Land schämen zu müssen, in dem ich eigentlich sehr gerne lebe und das mir eigentlich sehr am Herzen liegt. Scham, weil es nicht angehen kann, das Politikerinnen, die solches von sich geben wie Frau Winter, erstens weiters Politikerinnen bleiben können und zweitens auch noch Nationalratsabgeordnete werden. Es ist wirklich bestürzend, dass es in Österreich keine Grenze zu geben scheint, für die Schäbigkeit und Hefitgkeit der Ressentiments die gewisse Politiker von sich geben.

Frau Winter wird sich - hoffentlich - vor dem Gericht wegen Verhetzung zu verantworten haben. Vielleicht wird sie auch verurteilt. Traurig ist, dass es erst ein Gericht braucht um in einer Demokratie (das heißt, das Volk wählt seine Vertreter selbst aus) solche Demagogen ihres Amtes zu entheben.

Da der Artikel in der Online-Ausgabe der Salzburger Nachrichten leider nicht zu finden war, habe ich mir erlaubt, ein Faksimile online zu stellen. Ich hoffe die SN werden mir dies nachsehen. Freilich gilt hierfür die übliche CreativeCommons-Lizenz nicht.

Weitere Artikel hierzu:
Prozess gegen Susanne Winter wackelt (ORF.at)
Wüste Islam-Attacke bei FPÖ-Neujahrstreffen (ORF.at)

Trauer und Scham was published on 2008-10-08 by juergen. it is related to politics, oesterreich and oesterreichs politiker. (permalink)

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